Erlebnissbericht Emden 2008
Geschrieben von: Andreas Drees   
"Paddel und Pedal"

Auch die zweite Freizeitmaßnahme am letzten Wochenende in 2008 des SC Cappenberger See war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Diesmal waren die Vereinsmitglieder ab der Schulklasse sieben und älter aufgerufen, hieran teilzunehmen. Das Wochenende stand unter dem Motto "Paddel und Pedal" in Ostfriesland. Zu diesem Zweck wurde in der Jugendherberge von Freitag bis Sonntag in Emden Quartier bezogen. Nach einer langen Busfahrt am Freitag erreichte wir gegen 17:30 Uhr, noch rechtzeitig zum Abendessen, denn es hatten nur hungrige Mäuler teilgenommen, die Jugendherberge. Nach dem Einchecken und Essen in der Jugendherberge folgte spät abends eine Stadtbesichtigung mit den Sehenswürdigkeiten von Emden. Hiernach machte sich die Gruppe von insgesamt 40 Kindern einschließlich Betreuern mit Pechfackeln auf den Heimweg durch dunkle Wälder.

Nach einer kurzen Nacht der Ruhe kleidete man sich nach dem Frühstück entsprechend als Kanufahrer. Der Weg zum Kanupark in Emden war nicht weit, so dass gegen 10:45 Uhr alle Teilnehmer in den 4 a´10 er Kanus Platz genommen haben. Leider hatte das zuletzt bestiegene Kanu ein Leck im Bug, so dass das Kanu nach kurzer Zeit mit Wasser gefüllt war. Die Kinder merkten das noch rechtzeitig und der Umstieg auf drei andere Kanus -es war kein 10 er mehr vorhanden- erfolgte nur mit einer angemessenen Verzögerung. Regnete es zu dieser Zeit noch ganz wenig, so wurde es während der drei stündigen Tour kontinuierlich immer stärker. Unterwegs auf den Kanälen von Emden zum Großen Meer hörte es auchmal auf zuregnen, hatte doch der aktuell abgerufene Wetterbericht maximal nur 1,6 mm Niederschlag vorausgesagt. Nach gut eineinhalb Stunden und Hälfte der Wegstrecke setzte der Regen immer stärker ein und auch der Wind nahm an Heftigkeit zu. An eine kleine Pause zur Stärkung der Teilnehmer war nicht mehr zu denken, es galt nur noch runter vom und aus dem Wasser. Und dann kam das Große Meer. Das gegenüberliegende Ufer, hier mußten wir die Boote abgeben, konnten wir erst gar nicht erkennen. So war es auch recht schwierig, die richtige Route zum Paddeln zu behalten. Aufgrund erfahrender Steuermänner und übersichtlichem Kartenmaterial erreichten wir völlig durchnässt das rettende Ufer. Hier wurden wir vom Bodenpersonal recht herzlich empfangen und uns wurde Unterschlupf gewährt. Der Regen und der Wind hatten an Stärke so zugenommen, dass eine Rückfahrt mit dem Rad, wir hätten nur den Wind von vorne erlebt, nicht mehr möglich war. So bemühte sich der Reiseleiter um eine Busfahrt für die Rückreise. Aber heute am Samstag vergebens.

Schließlich konnten wir ein Taxi aufreißen, dass schon mal zwei kleinere Kinder und unsere beiden Autofahrer zur Jugendherberge bringen konnte. Während wir auf die Autofahrer warteten wurden alle Speisen und Getränke völlig verzehrt, damit der Körper etwas zu tun hatte und die Kanuten wieder wärmer wurden. Das Wetter wurde so schlecht. dass das Wasser von unten in die Hütten lief und wir auch noch zu den nassen Füßen fast im Wasser standen. Ich schaute nochmals auf die Wetterprognose in der Annahme, dass ich vielleicht nicht richtig gelesen habe mit den 1,6 mm Niederschlag. Doch es war richtig mit 1,6 mm, aber es wurden mehr als 40 mm Niederschlag. Die Reiseleitung hatte den Kindern zum Rücktransport mit auf den Weg gegeben, sich bei Ankunft in der Jugendherberge sofort warm/heiß zu duschen, warm anzuziehen und sich eine halbe Stunde ins Bett zulegen. Das wurde natürlich befolgt. Nach vier Fahrten mit den Autos waren alle Teilnehmer wieder zurück. Nach dem Abendbrot waren alle Kanuten wieder obenauf und die Strapazen waren fast vergessen. Jedoch konnte die Reiseleitung keinen mehr für einen Stadtbummel gewinnen, so dass der Abend an der Herberge ausklang und diesmal nicht ganz so lang war.

Der Sonntagmorgen präsentierte sich, wie konnte es auch anders sein, von seiner besseren Wetterseite. Selbst das konnte die Reiseleitung nicht dazu bewegen, das Freibad direkt an der Jugendherberge aufzusuchen. Eine nasse Garnitur von zwei möglichen reichte. So suchte man nach einer halben Stunde Fußweg die Ostfriesen-Terme in Emden auf. Hier waren alle Kanuten vom Vortag wieder in ihrem bekannten Element, und es machten allen riesen Spaß. Gegen 13:30 Uhr holte uns der Bus zur Rückfahrt nach Lünen wieder ab, wo wir pünktlich wie angekündigt um 17:00 Uhr eintrafen und die Kinder ohne sichtliche Erkältungen zu ihren Eltern gehen konnten.

Auch wenn die widrigen Wetterverhältnisse uns das Wochenende begleitet haben, war die Resonanz bei den Beteiligten so positiv, dass der Reiseleiter schon jetzt wieder den Auftrag für 2009 erhalten hat.

Mit sportlichem Gruß
Clemens Drees
-Sport- und Pressewart-
und diesmal Reiseleiter

Fotos dieser Fahrt findet man in der Galerie